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Gemeinsamer Kartoffelanbau

Innerhalb der Initiative "Westerwald im Wandel" gründeten wir eine "Kartoffelgruppe" und setzten die Idee, Kartoffeln anzubauen, in die Tat um.

Zum ersten Treffen luden Lilo und Hans in ihr gemütliches Wohnzimmer ein. Es gab viele Leckereien, denn alle hatten was fürs Büffet mitgebracht. Satt und gut drauf beschlossen wir das weitere Vorgehen.
Familie Brag - Marianne, Klaus und Thomas - aus Ingelbach stellten uns ein Stück Land direkt anschließend an ihren Feldgarten für die Kartoffeln zur Verfügung. Dafür versprachen wir, ihnen bei ihrer Kartoffelernte zu helfen. Ein Tausch, Land gegen Hilfe, das war die Idee.

Wir hatten einiges zu lernen, und Brags waren da gut für uns. Die durchgeschnittenen Setzkartoffeln brachten wir mit ihrer Hilfe in die Erde. Die Möhren, Zwiebeln und verschiedene andere Gemüsesorten säten oder setzten wir noch dazu. Jetzt war warten angesagt! Es dauerte nicht lange und das Unkraut wucherte prächtig. Na ja, es will auch leben. Einige Zeit später forderte die Krautfäule ihre Daseinsberechtigung und bedrohte unsere tollen Kartoffeln. Ich dachte, okay, das war's - die Kartoffeln sind gegessen ...

Da kam in unserer Gruppe der Auftritt der mutigen Männer. Sie zogen los und packten die Giftspritze aus. Zuerst dachte ich, jetzt steige ich aus. Gespritzte Kartoffel bekomme ich überall.
Nach einigem Nachdenken wurde mir klar, dass ich früher auch konventionell angebaute Kartoffeln gegessen hatte. Meine Einsicht war, ich hab mich auf dieses Experiment "Kartoffelgruppe" eingelassen, jetzt will ich nicht aufgeben. Die Prozesse in unserer Gruppe, einschließlich meines eigenen, waren interessant und lehrreich. Also gut, es wurde gespritzt und gut war's.

Für die Zukunft wissen wir inzwischen, dass wir, um Biokartoffel zu bekommen, vorher etwas tun können. Zum Beispiel, mit Kupfer behandeln. Das machen die Biobauern auch so.

Nachdem wir das Warten gelernt hatten, ging das Ernten dann zack zack. Zuerst ein kleines Stück des Feldes per Hand, damit der Traktor Platz zum Wenden hatte. Dann machte Lilo für einen Samstag den Ernte-Termin mit den Bargs aus und mailte und telefonierte, so dass alle informiert waren. Als für dieses Wochenende Regenwetter angesagt war, wurde der Termin vorverlegt. Lilo hatte wieder die Aufgabe, uns alle zu mobilisieren und einzuladen. Glücklicherweise waren dann viele Erntehelfer da und die Kartoffeln schnell aus der Erde. Jetzt noch wiegen und an alle verteilen. Michael hatte die tollen Knollen auf sein Kippergefährt geladen. Bei ihm trafen wir uns dann und wogen und teilten und tranken noch eine Tasse Tee und hatten Spaß mit unseren Kartoffeln.

Mit einem Erntefest am Backes von Familie Brag beendeten wir unser Kartoffeljahr. Es war ein Hochgenuss, die im Backes gegarten Köstlichkeiten zu verspeisen. Federweißer und Hachenburger Bier trugen zur fröhlichen Stimmung bei. Alle waren mit der Ernte zufrieden, fast alle waren mit ihrem Arbeitspensum zufrieden und alle hatten Freude und Spaß. Zuletzt beschlossen wir, dass wir im nächsten Jahr eine neue Kartoffelgruppe starten...

Irmgard

Kontakt: kartoffelacker@westerwaldimwandel.de

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